Logo der Deutsch-Finnische Handelskammer
  • News

Rheinmetall und finnische ICEYE erhalten Milliardenauftrag von der Bundeswehr

22.12.2025 | Rheinmetall und ICEEYE haben von der Bundeswehr einen Großauftrag für den Weltraumsektor erhalten. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr hat des Joint Venture „Rheinmetall ICEYE Space Solutions“ beauftragt, der Bundeswehr weltraumgestützte Aufklärungsdaten über den exklusiven Zugang zu einer Synthetic Aperture Radar (SAR)-Satellitenkonstellation zu liefern.

Illustration with the statement "We defend Europe. From space."
(c) ICEYE

Zur Bereitstellung dieser Fähigkeit hat Rheinmetall gemeinsam mit ICEYE – dem weltweit führenden Hersteller und Betreiber von SAR-Satelliten – das Unternehmen Rheinmetall ICEYE Space Solutions gegründet.

 

„Wir sind dankbar für das große Vertrauen, das uns die Bundeswehr in der Dimension Space entgegenbringt. Moderne Streitkräfte sind auf den Zugang zu und die Kontrolle über weltraumgestützte Aufklärung, Kommunikation und Einsatzführung angewiesen. Als digitales Systemhaus leisten wir hier gemeinsam mit unseren europäischen Partnern unseren Beitrag“, so Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG.

 

„ICEYE ist stolz darauf, Deutschland und damit auch die Sicherheit Europas durch dieses wegweisende Programm zu unterstützen. Weltraumgestützte Aufklärung ist die Grundlage moderner Verteidigung, aber sie ist nicht mehr nur strategisch relevant, sondern auch ein taktisches Instrument. Wir treiben eine notwendige Entwicklung voran, bei der einzelne, anfällige Systeme durch widerstandsfähige Konstellationen ersetzt werden. Diese liefern Entscheidungsträgern zeitnah umsetzbare Erkenntnisse, wenn diese am dringendsten benötigt werden“, so Rafal Modrzewski, CEO und Mitbegründer von ICEYE.

 

Das Joint Venture mit Sitz in Neuss wird über seine exklusive Konstellation SAR-Bilder in großem Umfang liefern und eine umfassende Servicelösung anbieten. Sie umfasst den kompletten Betrieb, das Management der Bodenstation und eine KI-gestützte Erstauswertung der Bilder. Die Satellitenkonstellation verbleibt dabei im Eigentum der Rheinmetall ICEYE Space Solutions.

 

Der aktuelle Vertrag hat einen Bruttowert von ca. 1,7 Mrd. Euro. Darüber hinaus ist eine Erweiterungsoption Vertragsbestandteil. Die weltraum­gestützten Aufklärungsdaten dienen unter anderem dem Schutz der „Brigade Litauen” der Bundeswehr und der Sicherung der NATO-Ostflanke.

 

Der Vertrag hat eine mehrjährige Laufzeit mit der Option auf Verlängerung. Der Lieferumfang umfasst eine hohe Anzahl von Bildern pro Tag. Der Service wird von Rheinmetall ICEYE Space Solutions aus der eigenen souveränen Konstellation bereitgestellt. Die Produktion der SAR-Satelliten des Joint Ventures soll am Unternehmensstandort in Neuss erfolgen. 

 

Die SAR-Technologie nutzt Radar anstelle von Sonnenlicht zur Illumination der Erde. So kann sie durch Wolken, Rauch, Asche, Regen und Sandstürme „hindurchsehen“ und bei jedem Wetter, bei Tag und bei Nacht Bilder aufnehmen. Dank dieser Fähigkeit können SAR-Satelliten weitaus häufiger Bilder sammeln als herkömmliche optische Systeme und bieten so eine kontinuierliche Abdeckung schnelllebiger Ereignisse. Die Technologie erkennt auch subtile Veränderungen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind.

 

Bislang hat ICEYE 62 Satelliten ins All befördert und damit das weltweit größte Netzwerk von Radarsatelliten aufgebaut Neben Verteidigung und Nachrichtendienst wird die Technologie unter anderem auch zur Überwachung von Naturkatastrophen und zur maritimen Sicherheit eingesetzt.

 

Die finnischen Streitkräfte gaben im September bekannt, Radarsatelliten von ICEYE zu erwerben. Der Gesamtwert der finnischen Satellitenbeschaffung beläuft sich auf rund 158 Mio. Euro. Finnland kooperiert in diesem Zusammenhang mit Ländern wie Japan, den Niederlanden und Polen. ICEYE hat zudem Abkommen mit Polen, den USA, Griechenland, den Niederlanden und der NATO unterzeichnet und arbeitet seit Kriegsbeginn mit den ukrainischen Geheimdiensten zusammen.

 

Anfang Dezember gab ICEYE bekannt, 150 Mio. Euro an neuem Kapital eingeworben zu haben. Investoren bewerteten das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt mit 2,4 Mrd. Euro. Raumfahrttechnologie, Verteidigung und KI zählen derzeit zu den am schnellsten wachsenden globalen Märkten. Laut vorläufigen Unternehmenszahlen wird der Umsatz von ICEYE in diesem Jahr voraussichtlich auf über 200 Mio. Euro steigen und sich mehr als verdoppeln – und zwar profitabel.

 

 

In den Kategorien:

Die neuesten Nachrichten lesen

Alle Neuigkeiten ansehen
  • A man and a woman, wearing white coats and protective hair covers, work together—smiling—at a machine that is only partially visible.
    Neuigkeiten

    Crespel & Deiters erweitert die Trockenextrusionstechnologie von Happy Plant Protein

    Der deutsche Nahrungsmittel- und Getränkehersteller Crespel & Deiters ist eine Partnerschaft mit dem finnischen Foodtech-Unternehmen Happy Plant Protein eingegangen. Das neuartige Trockenextrusionsverfahren des finnischen Foodtech-Start-ups kommt erstmals in der industriellen Produktion am Standort des deutschen Unternehmens in Helmond, Niederlande, zum Einsatz.

  • A total of 14 people in festive attire are cutting a green ribbon together to inaugurate a factory.
    Neuigkeiten

    Vom Holz zur Chemikalie: UPM weiht wegweisende Bioraffinerie in Deutschland ein

    Das finnische Unternehmen UPM hat Mitte Oktober seine Bioraffinerie in Leuna in Sachsen-Anhalt eingeweiht. Dort wird lignozellulosehaltige Biomasse – vor allem Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und Sägewerksreststoffe – in Biochemikalien umgewandelt. UPM spricht in ihrer Pressemitteilung von einem „Startschuss für eine neue industrielle Plattform für erneuerbare Chemikalien aus Holz“.

  • Bild Appell
    Neuigkeiten

    Appell der Wirtschaft für den Erhalt des Deutschunterrichts und des deutschsprachigen Bildungswegs in Tampere

    In Tampere wird derzeit erwogen, den bestehenden umfangreichen Deutschunterricht und den deutschsprachigen Bildungsweg einzustellen. Aus Sicht der Wirtschaft geht es dabei nicht nur um Bildung, sondern auch um die internationale Ausrichtung und Wettbewerbsfähigkeit der Region Tampere sowie um die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte.

Suchen Sie etwas Anderes?

In unserem Informationszentrum finden Sie aktuelle Neuigkeiten, Downloads, Videos, Podcasts...

Zum Info Hub