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Kulturunterschiede: So gestalten Sie erfolgreiche Meetings in Finnland

Finnen und Deutsche haben oft unterschiedliche Vorstellungen von einer guten Besprechung. Schon kleine Unterschiede in der Kommunikation können zu Missverständnissen führen. „Die finnischen Kollegen kamen ohne richtig ausgearbeiteten Vorschlag“, sagen die Deutschen. Die Finnen wiederum empfinden, dass die deutschen Kollegen bereits alles vorab entschieden haben, ohne zunächst ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln.

In einem Besprechungsraum sitzt ein Team um einen Konferenztisch und schaut auf einen Bildschirm, auf dem ein Mann per Video zu sehen ist; mehrere Personen hören zu und diskutieren.
© vm_iStock

Wege zur Lösung – von zwei Seiten

Autorin: Henna Alppivuori, Senior Manager, Community Management and Training

 

In B2B-Meetings zwischen Deutschen und Finnen treffen unterschiedliche Kommunikationsstile aufeinander.

Der deutsche BesprechungsstilDer finnische Besprechungsstil

Deutsche Teilnehmer

  • erklären Hintergründe und Fakten ausführlich
  • orientieren sich an klarer Agenda und definierten Zielen
  • bereiten durchdachte Lösung vor
  • prüfen und hinterfragen offen die Argumente
  • treffen am Ende klare Vereinbarung

Finnische Teilnehmer

  • konzentrieren sich auf das Wesentliche
  • wiederholen nicht jeden bekannten Kontext
  • entwickeln die Lösung gemeinsam im Gespräch weiter
  • schaffen zusammenfassend eine gemeinsame Sichtweise

 

Was die einen für effizient und gut geplant halten, kann für die anderen zu starr oder zu detailliert erscheinen. In Finnland ist Vertrauen der Ausgangspunkt der Zusammenarbeit. Das hohe Vertrauen in andere Menschen prägt die Kommunikation im Arbeitsleben. Es besteht weniger Bedarf, Vertrauen durch lange Einführungen oder die Betonung der eigenen Expertise aufzubauen. Das trägt zu einem sachlichen und vergleichsweise knappen Kommunikationsstil bei.

 

Finnische Meeting-Teilnehmer sind eher daran interessiert, einen gemeinsamen Fahrplan fürs weitere Vorgehen zu entwickeln. Es geht ihnen beim ersten Meeting noch nicht um einen durchdachten Lösungsvorschlag.

So führt Ihr Meeting mit Finnen zum Erfolg

Auch die Atmosphäre gehört zur finnischen Besprechungskultur: Ein gemeinsamer Kaffee und ein informeller Einstieg erleichtern das Kennenlernen. Zur guten Gesprächsatmosphäre gehört in Finnland, dass Meinungen und Gegenargumente im Vergleich zu Deutschland vorsichtiger formuliert werden. Deutsche können dies als „schweigende Zustimmung“ interpretieren. Doch finnische Zurückhaltung ist nicht gleich Zustimmung. Gehen Sie daher am Ende des Meetings die nächsten Schritte gemeinsam durch, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten sich einig über Ergebnisse und weiteres Vorgehen sind.

 

Die deutsche Gründlichkeit sorgt dafür, dass alle den Hintergrund und die Argumente kennen. Der finnische Stil dagegen schafft Raum, um gemeinsam eine Lösung  zu entwickeln. Werden beide Stärken kombiniert, entstehen Besprechungen, die zugleich gut vorbereitet, effizient und kooperativ sind.

 

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Über die Autorin

Unsere Expertin Henna Alppivuori leitet bei der AHK Finnland den Bereich Trainings und Community Management. Henna hat 15 Jahre Erfahrung in International Business und Marketing, u.a. in den Bereichen Services, IT, Fertigung und Energie. Aus ihrer Beruferfahrung in beiden Ländern kennt sie sowohl die finnische als auch die deutsche Geschäftskultur.

 

In ihrer aktuellen Position bei der AHK Finnland unterstützt Henna Alppivuori Unternehmen mit Trainings und Netzwerken, die ihnen zum Erfolg im deutsch-finnischen Wirtschaftsraum verhelfen. Henna spricht fließend Deutsch, Finnisch und Englisch und lebt in Helsinki. Die AHK Finnland bietet Trainings zu interkulturellen Unterschieden an und ist aktiv im Aufbau von Netzwerken und Communities.

 

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