Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für das laufende Jahr ein BIP-Plus von 1,3 % und für die beiden folgenden Jahre von 1,1 % beziehungsweise 0,4 %. Gegenüber dem Frühjahr wurde die Prognose für 2026 um 0,7 und für 2027 um 0,2 Prozentpunkte angehoben.
„Die Wirtschaft hat sich robuster entwickelt als erwartet. Der Aufschwung steht jedoch auf einem schmalen Fundament, denn hohe Energiepreise und Strukturprobleme belasten“, so Oliver Holtemöller, Konjunkturchef des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).
Laut der gemeinsamen Analyse der Wirtschaftsinstitute hat die deutsche Wirtschaft sich im ersten Halbjahr 2026 deutlich kräftiger entwickelt als noch im Frühjahr erwartet. Vor allem die Exporte und die Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe legten demnach überraschend stark zu. Impulse kamen von der robusten Weltkonjunktur und dem weltweiten KI-Boom; zugleich waren Wettbewerber aus der Golfregion infolge des Iran-Kriegs erheblichen Produktionsbeeinträchtigungen ausgesetzt. Auch der Staatsverbrauch nahm kräftig zu. Die Unternehmensinvestitionen und der private Konsum blieben dagegen schwach. Der mit dem Iran-Krieg verbundene Energiepreisschock hat die deutsche Wirtschaft zwar gebremst, die höheren Preise für Kraftstoffe und Heizöl sind bislang aber kaum auf die übrigen Verbraucherpreise übergesprungen.
Auch die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg im September auf 89,9 Punkte, nach 88,8 im August. Die Unternehmen bewerteten demnach ihre aktuelle Geschäftslage positiver. Auch ihre Erwartungen hellten sich weiter auf. „Die deutsche Wirtschaft setzt ihren Erholungskurs fort“, so schriebt das Ifo Institut.
Auch aus der regelmäßigen Befragung von deutschen Einkaufsmanagern geht hervor: Das Wachstum in Deutschland beschleunigt sich auch im September, und das trotz steigendem Inflationsdruck. Sowohl die Industrieproduktion als auch die Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor haben sich demnach in Deutschland zum Ende des dritten Quartals 2026 weiter beschleunigt – und dies trotz gestiegener Kraftstoffpreise. Laut der aktuellen Umfrageergebnisse des Flash PMI Germany legte die Beschäftigung zum zweiten Mal hintereinander zu. Angenommen wird, dass der kräftige Anstieg der Auftragsbestände dne Beschäftigung nach oben treibt.