Anhand eines realen Betriebsdatensatzes der Deutschen Bahn – einem Fahrplan mit 190 Fahrten in fünf deutschen Städten, was rund 98.500 möglichen Zyklen entspricht – entwickelten und testeten die beiden Organisationen einen hybriden Quanten-Klassik-Algorithmus für Optimierungsprobleme im Unternehmensmaßstab. Die Quantenkomponente löste dabei kleinere Teilprobleme innerhalb eines klassischen Frameworks, das das Gesamtproblem bearbeitete. Laut IQM ist diese Architektur generalisierbar. Derselbe Ansatz lasse sich auf vergleichbare Optimierungsherausforderungen in Logistik, Energie, Fertigung und anderen Branchen anwenden. Laut Pressemitteilung lief der Test vollständig auf IQM-Hardware.
„Diese Zusammenarbeit zeigt, dass Quantencomputing bereits jetzt in der Lage ist, die Art von groß angelegten, realen Optimierungsproblemen zu lösen, mit denen Unternehmen täglich konfrontiert sind“, so Dr. Inés de Vega, Chief Scientist von IQM Quantum Computers. „Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn an einem so komplexen Problem liefert uns einen klaren Fahrplan dafür, wie Quantencomputing bereits heute Mehrwert schafft und sich mit der Verbesserung der Hardware nahtlos skalieren lässt.“
„Quantencomputing ist gekommen, um zu bleiben. Indem wir ein reales Problem in einer hybriden HPC- und Quantencomputing-Umgebung angegangen sind, haben wir einen weiteren Schritt in Richtung Quantenvorteil gemacht“, so Manfred Rieck, Leiter Quantentechnologie bei der Deutschen Bahn.
Die Deutsche Bahn AG ist eines der weltweit größten Transport- und Logistikunternehmen mit Hauptsitz in Berlin. Mit rund 230.000 Mitarbeitern und Niederlassungen in über 130 Ländern ist die DB Deutschlands führender Bahnbetreiber für Personen- und Güterverkehr.
IQM Quantum Computers wurde 2018 gegründet und hat seinen Hauptsitz im finnischen Espoo sowie einen wichtigen Standort in München. Es liefert umfassende Quantensysteme sowie Cloud-Plattform-Zugang für Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Universitäten, Hochleistungsrechenzentren und nationale Labore weltweit. Das Unternehmen beschäftigt über 400 Mitarbeiter und ist in Europa, Asien und Nordamerika tätig. IQM ist das erste börsennotierte europäische Quantenunternehmen an der Nasdaq.